LEP - LebensErfüllende
Plattformen
Historisch gesehen, beginnt unsere
Zeitrechnung eher mit der Geburt Senecas als mit der Jesus
von Nazareth, und die Geschichte fand eher
nach dem Vorbild Neros, denn mit
Jesus Christus Lebenswandel, bzw.
dem nach Nero geschriebenen Neuen Testament seinen
historischen Ausdruck im Zeitgeist. Neros
Eigensinn musste den seiner
machhungrigen und herrschsüchtigen Mutter Agrippina durch
deren veranlasste Ermordung, und seinen Mentalraum über die
Einbildung durch die Illusionen Senecas und dessen Philosophie,
einer Fussnot Platons, in dem
Seneca befohlenen Selbstmord überwinden, bevor er
seinen Fokus in der "Götterkunst" finden konnte.
Damit macht er sich wiederum zum Staatsfeind Roms, dem die
Senatoren dann gleichfalls den Selbstmord befahlen.
Einfach gesagt, sagte Seneca Nero nach dem Brand Roms, er
soll wie die Götter
herrschen. Er könne
dafür vieles tun, lügen, betrügen, und
auch töten, aber sich nicht lächerlich
machen, z.B. durch singen, eigensinnige Kunst also. Und genau daran
verspielte Nero sein Weltreich und seine Begabung für
Kunst finanzierte er zudem noch mit Tempelgold - ein
Sakrileg. Und genau das tun die Schweizer Intellektuellen und
"Kulturschaffenden" seit
der expo.02 auch, offiziell, mit Steuergelder à la Muschg,
Pippilotti, Heller, Marthaler, Hirschhorn & Co. Im Mittelalter
hatte die Kirche mit der Inquisition, und jahrhundertelang
mit Religionskriegen, im letzten Jahrhundert als deren
Konsequenzen, Stalin auf Einbildung Marx hin, Hitler
auf die Nietzsches, Wagner, Freud, Jung & Co., Mao,
Ceauşescu,
Saddam Hussein, Jong Kim Ill, etc. als deren
Abklatsch, diese Denkkatastrophen zu den grössten
Humankatastrophen des letzten Jahrhunderts dramatisiert.
Damit hat sich die Welt im Kalten Krieg an ihren
Abgrund bewegt.
Daraus entwickelte der Mathematikers John Forbes Nash Jr.
mit nachgewiesener Schizophrenie, das Nash-Gleichgewicht das den
Zustand eines strategischen Gleichgewichts beschreibt, in dem in
einem nicht-kooperativen Spiel, wie eben dem des Kalten
Krieges, kein einzelner Spieler für sich einen Vorteil
erzielen kann, indem er einseitig von der Strategie abweicht, die
falls sie beide spielen, das Spiel aufrecht erhält.
Dafür bekam er 1994 den Nobelpreis, und mit dessen Ideologie
hat dann der US- Verteidigungsminister McNamarra unter Kennedy den
Vietnamkrieg geführt, und verloren, Englands
eiserne Lady Margaret Thatcher die englische
Wirtschaft zum Preis sozialen Chaos und der
Volksverdummung im Nashspiel des "Freien Marktes" auf
Vordermann gebracht, und nun Putin versuchte es gegen Ende seiner
Amtszeit mit der gelenkten Demokratie. Nun haben wir eine Welt, die
zur Aufrechterhaltung ihrer Wirtschaft die Menschen weit effektiver
als Nero, Stalin, Hitler und Konsorten, und Mao mit seiner
permanenten Kulturrevolution dazu bringt, dass sie sich
gegenseitig am vorherrschenden Zeitgeist abschalten und
dessen permanent sich selbst zerstörendes Spiel zu
dessen Aufrechterhaltung spielen. Diese "Freiheit" das vom
Zeitgeist vorgeschriebene System spielen zu müssen, will man
noch einen Erwerbhaben, ist echt schizophren, wie die nicht
lebenserfüllende Wissenschaft, die dazu geführt hat.
Nashs tragische Geschichte ist Ende 2001 einem breiteren
Publikum durch den Hollywood-Film "A Beautiful Mind"
bekannt geworden, der mit vier Oscars ausgezeichnet wurde. Und
dann wundert man sich, wenn
-
Schüler sich zu Tode saufen, Drogen nehmen, Massaker
veranstalten und ihre Infrastruktur anzünden,
- Manager,
sich und ihre Mitarbeit ins Burnout und ihre Unternehmen ins
Grounding führen,
-
Politiker uns am Rande des Krieges und der
Umweltzerstörung halten, und fast niemand mehr sein
Leben zu erfüllen vermag und fast alle abschalten
- 1/8 der
Menschheit hungert, alle vier Sekunden sinnlos ein Kind verhungert,
pro Jahr mehr als in den Nazi KZ insgesamt Menschen
umgebracht wurden und
- in der
verbliebenen Supermacht USA, welche solche Denkkatastrophen
globalisiert, über 50% der Bewohner, von denen die
erwiesenermassen "Normale" nicht von Psychopathen
unterscheiden können, auf Grund von vom
Computer ausgewerteten Fragebogen als nachweisbar mental
gestört bezeichnet werden,
- und
immer mehr Menschen verarmen und kriminell bzw. terroristisch
werden...
Schon Seneca hat nachgewiesen, dass die meisten
Menschen grosse Teile ihrer Lebenszeit verlieren, indem sie
das Leben falsch zubringen. Diesbezüglich entwickelte er ein
breites Spektrum:
„Den einen hält
unersättliche Habsucht gefangen, den
anderen in überflüssigen Anstrengungen mühevolle
Betriebsamkeit, der eine ist vom Weine
trunken, der andere verkümmert in
Stumpfsinn; viele hält das Streben nach
fremder Schönheit oder die
Sorge um die eigene fest; sehr viele, da sie
nichts bestimmtes verfolgen, jagt die unstete und
unbeständige und mit sich selbst zerfallene
Haltlosigkeit durch immer neue Pläne; manche
können zu keinem Beschluss kommen, wohin sie ihre Bahn richten
sollen, sondern in Schlaffheit und Müdigkeit
überrascht sie ihr Schicksal...“
„Niemand findet sich, der sein Geld
verteilen will, sein Leben – an wie viele verteilt es jeder
einzelne! Daran gefesselt sind sie, ihr Vermögen
zusammenzuhalten, sobald man zum Zeitverlust kommt, sind sie
höchst verschwenderisch mit dem, bei dem allein ehrenhaft Geiz
ist.“
Im Jahre 58 griff vormaligen Konsul Publius
Suillius Rufus die persönliche Integrität Sencas an und
stellte den durch grosszügigste Zuwendungen Neros steinreich
gewordenen Seneca zunächst in Schmähreden, dann aber auch
in dem von Seneca gegen ihn angestrengten Prozess vor dem
Senat als Jugend- und Frauenverführer sowie
müssiggängerischen Geldsack dar, der "seiner Raffgier
auch noch ein philosophisches Mäntelchen der
Bedürfnislosigkeit umhänge." Der Suillius-Prozess
scheint durchzuschlagen in Senecas Appell: „Hör also
auf, den Philosophen das Geld zu verbieten: niemand hat die
Weisheit zur Armut verurteilt. Besitzen wird der Philosoph reiche
Schätze, aber niemandem entrissen noch von fremdem Blut
triefend, ohne Unrecht an irgend jemandem geschaffen, ohne
schmutzige Herkunft."
Soviel zur verbliebenen Freiheit:
"Für das Leben muss jeder auch Rücksicht nehmen auf
die Billigung anderer, den Tod bestimme er ganz nach eigener Wahl;
je mehr nach unserer Neigung desto besser." Und: "Dass wir
leben, ist unzweifelhaft ein Geschenk der Götter, dass wir
ehrbar leben, ein Geschenk der Philosophie. Dass wir also
der letzteren zu höherem Dank verpflichtet sind als den
Göttern, und zwar in eben dem Masse, als ein ehrbares Leben höher
steht als das Leben schlechtweg, würde für sicher gelten,
wenn nicht die Philosophie
selbst uns von den Göttern verliehen
wäre. Ihre einzige Aufgabe ist, die
Wahrheit zu finden in Bezug auf göttliche und
menschliche Dinge. Von ihrer Seite weicht nicht die
Gewissenhaftigkeit, die Frömmigkeit, die
Gerechtigkeit und die ganze weitere Gefolgsschar der im engsten Zusammenhang
miteinander stehenden Tugenden. Sie lehrt
Ehrfurcht vor dem Göttlichen, Liebe zu dem Menschlichen.
Den Göttern soll die
Herrschaft
gehören, unter den
Menschen Brüderlichkeit
herrschen."
Seneca befasste sich - wie die späte
Stoa überhaupt - vornehmlich mit Fragen der rechten Lebensführung,
insbesondere mit der Ethik. Die Menschen sollen vor allem ein
Leben nach den Gesetzten
der Natur führen und dabei auf typisch stoische Weise
unterscheiden zwischen dem, was unabwendbar ist, und den
Dingen, auf die der Mensch Einfluss nehmen kann. Weiterhin
forderte Seneca dazu auf, sich tätig am politischen Leben zu beteiligen und
soziale Aufgaben zu
übernehmen. Ziel sei es, den Mitbürgern zu dienen und
sich damit selbst zu befreien. Nash meint in der Folge bewiesen zu
haben, dass gerade das keine Stabilität garantiert sondern nur
Eigensinn
imZeitgeist
an dessen Illusion
zu SEINEM Spiel
fokussiert. Der Philosoph Seneca sah sich
dafür als Weltbürger: "Daher sind wir Stoiker nicht
auf die Mauern einer einzigen Stadt beschränkt, sondern stehen
im Austausch mit dem gesamten Erdkreis und erkennen in der ganzen
Welt unser Vaterland." und unter Vorwegnahme Kants:
"Behandele deinen Untergebenen so, wie du von deinem
Vorgesetzten behandelt werden möchtest. Sei mild zu deinem
Sklaven, geh auch freundschaftlich mit ihm um, ... hole seinen Rat
ein, bitte ihn an deinen Tisch ... Sie (Sklaven) sind nicht unsere
Feinde, wir machen sie erst dazu."
Sich auf Epikur beziehend, forderte Seneca
die Menschen auf, sich zu bessern, indem sie ihre
eigenen Vergehen aufdecken, gleichzeitig die Rolle des Anklägers und des
Verteidigers (im Sinne eines inneren Dialogs)
wahrnehmen, und mit sich selbst zu Gericht gehen. Nur die Philosophie biete dafür das
Instrumentarium. Sie sei keine Nebensache,
auf sie müssen alle Sinne
gerichtet werden. "Beseitige alle Hindernisse und
nimm dir für deine Vervollkommnung Zeit." Und zyklisch wie
die Alten Ägypter: "Nach mir
wird das, was vor mir war." Im Leben habe der Mensch allerdings
Schuld auf sich geladen, so dass er im Gegensatz zur Lehre des
Epikur die Welt in der Regel schlechter verlässt als er sie
betreten hat. Nur der Weise sterbe so sorglos, wie er geboren
wird.
Senecas Auffassung beeinflusste die
geisterwissenschaftliche Entwicklung
der Ethik und seine Schauspiele hatten massgeblichen
Einfluss auf die tragischen Dramen der Renaissance und diese
via England, Empire, und nun aus den
USA via Hollywood über die ganzen
Welt...
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