2.2 SYMPTOM
Gewissen Macht
Schweiz - Zu Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland; vieles ist in der Schweiz in Ordnung, doch längst nicht alles. Zudem stinkt der Fisch am Kopf, in der Bildungsmafia: Sie können IHREN Stand in den Symptomen, und den Ihrer Mitarbeiter bestimmen lassen. Hier ein Stimmungsbild der Mentalsymptomatik:
Beim Lesen der meisten Schriften hat man das Gefühl, dass da jemand verzweifelt nach Wärme und Geborgenheit sucht, und sich die Einsamkeit vom Leib schreibt. Fiktion und Realität, Einbildung und Wissen, gehen dazu Hand in Hand. Daneben ist Blut, Blutsbande und Erbgut wichtig. Man will sich unbedingt in eine Reihe mit seinen Vorfahren stellen können und möchte die Familienmitglieder miteinander versöhnen. Eigentlich ein konservatives Anliegen, und doch versetzt es in der Umsetzung die Familie in Aufruhr. Es haben eben alle ihre persönliche Version der Dinge, woran sie festhalten, und darüber wollen sie meist gar nicht reden. Abrechnungen über vergangenen Verletzungen daraus bringen nicht weiter manchmal Erklärungsversuche. Es ist aber meist anrührend, zu versucht, seiner unterkühlte Familie z.B. durch Schreiben und darüber Sprechen ein Stückchen näher zu kommen.
Was nicht benannt wird, ist nicht da. Vorherrschend ist die bürgerliche Enge, das wohlgeordnete, strebsame Leben ohne Gefühlsausbrüche, aber auch ohne Zärtlichkeiten und weiter führende Liebe. Mädchen waren früher weniger wert, was zählte, waren die Söhne; die liessen sich fraglos in den Dienst des Zeitgeistes, im letzen Jahrhundert als Kanonenfutter, stellen. Inzwischen haben sich die Mädchen dafür in der Wirtschaft und auch beim Rauchen, ganz "gut" emanzipiert.
Für viele ist die Jugend in der Erziehung der reine Horror, zu viele gehen daran seelisch zugrunde. Daraus richten sie sich und in der nächsten Generation andere, und als Manager Firmen zugrunde. Heute federt man das mit Konsum und Ritalin ab. Etwas "Richtiges", im Sinne von Lebenserfüllendes lernt man selten. Also ist "nicht lernen, sondern machen" die vorherrschende Haltung. Studieren und eine herkömmliche Karriere, geschweige denn Verstehen - nein, das wollen viele Menschen in der Postmoderne auf keinen Fall mehr. So haben sie darüber, was sie nicht wollen, eine dezidierte Meinung. Anderseits definieren sich zu viele Leute heute politisch korrekt, über irgendeinen Abschluss mit im Stellenmarkt meist kurzer Halbwertszeit. Dabei ist das Studierte für zu viele zu einem Dogma geworden, das es ihnen ermöglicht, ihr Leben abgeschaltet zu verbringen. Man diskutiert lieber über Literatur, und über das Geld der anderen, bzw. konsumiert die Medien, oder tauscht sich via Handy aus, um sich über den Zeitgeist auf dem Laufenden zu halten. Und doch macht die Informationsflut und das Geld, oft nur einsam. Nicht einmal der "Mensch" lebt von Brot und Meinungen, und schon gar nicht der reelle Mensch, SIE, um den es hier geht.