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Eigensinn im ZG Zeitgeist: Dieter
Imboden ist seit 1988 ordentlicher ETH-Professor für
Umweltphysik und seit 2005 Präsident des 95 Mitglieder
zählenden Forschungsrats des Schweizerischen
Nationalfonds (SNF) und damit Chef der wichtigsten
wissenschaftlichen Förderungsinstanz des Landes. Er beschreibt 2007 Forscher als
domestizierte Anarchisten, und das, nur negativ und von
der vorherrschenden
Wissendverfilzungstruktur her, über die er
massgebend hütet. Er war es, der sich
dafür zuerst im Collegium Helveticum, der
Schwarzkunstideologienschmiede der ETH Zürich andiente. Als er
deren psychopolitisches Niveau
erreicht hatte, durfte er eine Vorlesung halten. Er beschrieb
seine Arbeit bei der Regeneration des Greifensees mit Sauerstoff.
Dann stockte er plötzlich, wiese auf das Wort "TRUTH" auf
seiner Folie hin, entschuldigte sich wie an einem
kommunistischen Schauprozess, und versprach dieses Wort, unter mit dem
man früher auf die ehrliche Wiedergabe des wahrgenommen und
Gemessenen hingewiesen hat, nie mehr zu
verwenden. Er scheint Wort gehalten zu haben und
darum befördert worden zu sein!
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Ideologie:
Ein Anarchist akzeptiere keine Macht, die auf Strukturen basiere, welche vom
Staat, von der
Wirtschaft, der
Kirche, oder der
eigenen Hochschule geschaffen worden seien. Also keine sich
aus der öffentlichen Wissensarbeit ergebende Masstäbe;
was der Forscher akzeptieren, wonach er sich richten soll, sagt
der, welcher sich danach zum Karrierensprung gerichtet hat.
Man will nicht "too many chiefs and no indians". Da wir nichts von
Wirklichkeit, z.B. der
Naturgesetze, zu der man nur über die Wahrheit deren
Auswirkung kommt, die Rede. Das würde ja wie
zur Zeit der Aufklärung den
vorherrschenden Adel, die Wissenschaftsoligarchie
untergraben. Mit wahrhaften Aussagen holt man sich eben beim
Collegium Helveticum, der nun inoffiziellen
"Eidgenössischen Geistigen Mentalprüfungsanstalt",
die eher an Synchrowiederkäuerei, als an Wissenschaft
erinnert, die dem Wort in seinem früheren Sinn gerecht wird,
keine Beförderung.
+2 Mehr vom
Gleichen:
'Macht’, das heisst für Imboden Wertschätzung und Ansehen
– dürfe einzig auf der persönlichen geistigen
Leistung beruhen. Damit ist gesagt, dass für Imboden die
Wirklichkeit im hier
verwendeten Sinne keine Macht hat und sie nur in der "geistig" überzeugenden
Darstellung bekomme - und damit, wie 1912 auf der Titanic, zur
Schwarzkunst verkommt.
Der gute Wissenschaftler also Anarchist gegenüber der
Wirklichkeit, frei nach Adolf Muschgs Einführung des
Collegium Helveticums als dessen ersten Chefideologen, Schwatz- und
Schwarzkünstler eben. Daneben seien die
althergebrachten
Naturwissenschaftler, des Gesellschaftsleben
unkundige Linkshirner. In den postnormal gehobeneren Kreisen muss man, da zur
Gewissheit impotent,
fortwährend und immer wieder alles neu und radikal in Frage
stellen, insbesondere weiter führenden Einsichten
reeller Menschen.
Gemäss Alt Ägyptischer Ideologie
steigt immer wieder die gleiche Sonne aus den Geisterstunden
der Nacht, und nach den Griechen immer wieder der gleiche
Phönix ihrer Denk-, aus den damit bewirkten
Humankatastrophen! An diesen Unsinn muss man sich als
Systemhüter schon massenattraktiv zu halten wissen. Da
haben Umweltwissenschaftler eine dankbare Aufgabe in der
Schönrede, dessen
was der Mensch schon angerichtet hat.
-4 Weg von der
Unlust:
Doch, und hier wandelt sich Imboden vom postmodernen Paulus zu
altmodernen Saulus, seien die wirkliche Anarchisten, welche
immer wieder Horizonte überschreiten und Unruhe ins System
bringen, (man hört - "zum Glück") sind selten.
Das Gebäude der Wissenschaft werde von ihm und seinem
Filz 'Gewöhnlicher’
verwaltet und gefestigt. Sie die sie längst, wie
nützliche Haustiere, domestiziert und angepasst seien.
Für wen und für was sagt er nicht, kann man ja mitten auf
der Weide, auch nicht verlangen - es ist der Zeitgeist!
%1 Politische
Korrektheit:
So kehrt Imboden nach dem vermeintlichen Galopp durch die
Beliebigkeit gerne auf
die umzäunte Weide zurück, weil das
Domestiziertsein durchaus seinen Nutzen und tieferen Sinn
habe, erstens für das
Wissenschaftssystem selbst (und hier
spricht er die Wahrheit), und zweitens für das
Verhältnis zwischen Wissenschaft
und Gesellschaft (hier kommt seine Domestizierung
von der Collegiumsideologie zum Ausdruck). Beim rasanten
Fortschritt unseres Wissens der letzten 300 Jahren denkt er,
offensichtlich von seiner Rolle eingenommen, an das
Prinzip der Wissensakkumulation, seit dem Swissair
Grounding auch als Verfilzung bekannt. Jeder erfolgreiche
Forscher stehe bekanntlich auf den Schultern früherer
Forscher; denn der bei Null beginnende Gelehrte, und hiesse er auch
Newton, habe heute kaum mehr eine Chance. Auch das hat
Imboden recht, ich weiss wovon er redet! Die Organisation und
Weitergabe von Wissen stelle eine gewaltige Machtstruktur dar,
auf welche sich die Gesellschaft verlässt - da bin
ich aus eigener Anschauung an die Stasi in der DDR erinnert:
Dies wiederum verpflichte die geistigen Anarchisten, nun ihrerseits
Regeln aufzustellen, um das Wissensgebäude rein zu
halten, sowie Scharlatane und Betrüger
fernzuhalten. Dazu brauche es überprüfbare
Erkennungsmerkmale, zum Beispiel akademische Titel, welche ihrerseits
aufgrund von Prüfungen erteilt werden. Und schon sind die
Anarchisten selbst zu Ordnungshütern geworden, auch
wenn sie das Prüfen und Notengeben eigentlich hassten (aber
eben die Macht, die damit verbunden ist an sich reissen).
%5 Manipulation
und Etikettenschwindel: Die Schaffung und Bewahrung der Autorität
und Glaubwürdigkeit der Wissenschaft
entspreche zwar primär einem Anspruch an uns selbst, aber zugleich
mache sich die Wissenschaft dadurch der Gesellschaft erst
nützlich – auch ökonomisch (eher
umgekehrt). Die Gesellschaft wiederum belohnt die Wissenschaft
mit einem grosszügigen Geschenk, nämlich mit
Wertschätzung und – wichtiger noch – mit
finanziellen staatlichen Zuwendungen, deren Grösse in
den letzten fünfzig Jahren in vielen Ländern stärker
gewachsen ist als viele andere Aufgaben des Staates. Die Forschung
ist längst zu einem respektablen staatlichen
Betrieb geworden. Hier spricht Imboden als
Priester einer Schwarzkunstgeldmaschine: Wo Geld im Spiel ist,
stosse das anarchistische Prinzip an seine Grenzen. –
Das Rind bezahle die Futtersicherheit mit einem Zaun. Geld
und Wissen bedeute Macht, und diese verlange nach
Regulation. Dafür zog die "professionelle"
Verwaltung in die Hochschulen der Siebziger- und
Achtzigerjahren parallel zum Marsch der 68er durch die
Institutionen ein. Man mag diesen Schritt bedauern, aber einen
Weg zurück gebe es nicht: Zu teuer sei die gesamte
Infrastruktur geworden, ohne die Forschung heute nicht mehr
möglich sei – mit Ausnahme von ein paar wenigen reinen
Denkdisziplinen, welche ihre 'Unschuld’ zu
bewahren vermochten.
%6 Angeblich
weiter führende Ideologie:
Zäune könnten auch zu eng gezogen sein, meint Imboden,
nun als Forschungsratspräsident auf allen Hochzeiten tanzend,
nirgends mehr Zu Hause als im Zeitgeist. Beim Haustier schreite
dann der Tierschutz ein, und meint damit wohl das
Collegium Helveticum. Wo aber liegt die richtige Grenze
zwischen produktiver Anarchie und überbordender Organisation?
– Imboden meint, man könne es mittels dreier Prinzipien
richten: (1) Lebenserfüllungsprinzip > Subjekt >
Beliebigkeit > Leute vor Strukturen; (2) System- und
darin Positionserhaltung > Kontinuität und
Flexibilität; (3) Manipulierbare Diskussion >
Subsidiarität. So fordert er, dass wer einmal von
z.B. von Peer
Reviewsals Umweltphysiker für gut
befunden worden sei, solle seine Kreativität nicht
ständig neu beweisen müssen - wenn er z.B., zu einer
Machtposition gekommen, und der Wahrheit abgeschworen hat,
über den Umgang mit Humansystemen Denkkatastrophen verbreitet
und weiter führende Wissensarbeit verhindert. Dann
erwähnt er Grossprojekte und politische top- down
Totgeburten, welche nur auf dem Papier funktionieren und die
Kreativität der Anarchisten lähmen. Am Schluss
fragt er sich, ob es eine psychologische Erklärung
für solche Phänomene gebe, etwa, dass gute Forscher, kaum
sind sie in den oberen Etagen des Forschungssystem angekommen, die
Erinnerung an ihre eigene anarchistisch- subsidiäre
Vergangenheit zu vergessen scheinen. Er meint den
Esel und schlägt den Sack...
Systemverschluss: Und dann
kommt das dicke Ei: Wenn es um Personen gehe, stehe die ETH
sehr gut da, bei der Kontinuität noch gut, mit rasch
abnehmender Tendenz, doch beim Subsidiaritätsprinzip
bestehe, und da ist er ganz Diener
seiner damit zu Diskussion anregenden Herren im Collegium Helveticum,
zu denen er mittlerweile selbst
gehört. Und als Wahrheit damit, sagt er, die
bottom-up Kanäle seien verstopft, das Sorgentelefon bei
der Schulleitung würde nicht abgenommen, und beim ETH-Rat habe
man den Klingelton überhört, bis er schliesslich so laut
wurde, dass auch Gehörschutz nichts mehr nützte. Im
Leiterlispiel würde man sagen: Zurück auf Feld 1. Haben
wir bessere Chancen, als erneut drauf los zu würfeln
und dann auf den günstigen Zufall zu hoffen? Imboden, einst
Physiker, denkt nach dieser rhetorischen Frage, "schon". Der Motor
sei intakt, Blechschaden lasse sich reparieren. Und nun kommt eine
Ode an die Psychopolitik, die von Muschg
stammen könnte. Der neue Fahrer oder die neue Fahrerin
(Schulratspräsident nach dem Trauerspiel um Ernst Hafen)
müsse den Fahrstil
überdenken, und wieder daran glauben, dass die
Anarchisten hinten auf der Ladebrücke, die man einst
vertrauensvoll aufgeladen hatte, durchaus Exzellentes zu leisten im
Stande seien. Wohl der Einfachheithalber für die
Systemhüter, in den bestehenden Strukturen.
Und diejenigen auf der Ladebrücke sollten ihren kreativen Spielraum wieder vermehrt
ausschöpfen. Denn wie gesagt, auf die Menschen kommt es an, nicht auf die
Organigramme. Dabei
beweist, dass er, als reeller
Mensch geboren, mittlerweile in guter
Gesellschaft das Organigramm geworden ist.
Aber da man in diesen Kreisen die Wahrheit nicht mehr sagen
kann, bemerkt niemand was hinter des Kaisers Neuem Kleid steckt...
Solches sät, wer die Wahrheit
verschmäht, und das umfasst den Wirklichkeitshass im Neid
darauf, die Karriereleiter zum Ende der Fahnenstange hinaus - nach
dem Peter Prinzip zum Gipfel der Inkompetenz, für alle Narren
eine Referenz. Wenn's nicht zu Heulen wär, wär's zum
Lachen, was die Systemhüter so alles machen...
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