2.2.2 Macht
Spiel Rolle
Uni - Die Universitäten sind nicht mehr, was sie einst waren; die Universalität findet man nun im Internet... 
Zeitgeistbeschwörung (ZG):
Das Einschalten der heutigen Welt begann über das Geisterreich der Alten Ägypter hinaus im Antiken Griechenland, wo daraus Plato den noch anhaltende, gemäss Karl Popper, "Fluch der Menschheit", das anmassende Begriffsdenken, in die Köpfe dieser Welt setzte.
*3-Eigensinn und Überlebensstrategien:
Im Alten Rom fand nach der Unterwerfung der Griechen der erste Versuch zur Globalisierung statt, den die Habsburger am Ausgang des Finsteren Mittelalters, und dann Martin Luther mit der Reformation, die Naturwissenschaftler in der Aufklärung so fortsetzten, das es damit in den USA zur Synthese der nun global herrschenden ökonomischen Imperativs kam. Der aber zeigt nach kaum 20 Jahren (seit dem Fall des "Evil Empires der Kommunisten"), nicht nur in der Supervorreitermacht USA unter George W. Bush, bereits seine Vergänglichkeit an.
?0-Trämie, Illusionen, Ideologien:
Nach dem Fall Rom wurde Europa das Experimentierfeld des Zeitgeistes. Nachdem die französische Revolution ganz Europa angesteckt hatte, trafen sich 1807/08 im runden Saal des Berliner Akademiegebäudes die besten Gesellschaftskreise zur Rede eines kleinen, gedrungenen Mannes: Johann Gottlieb Fichte, Philosophieprofessor und ein glänzender Redner. Draussen hörte man den Trommelschlag vorbeimarschierender Truppen der französischen Besatzungsmacht. Es ging um die Sammlung der Kräfte der an sich selbst und von Napoleon zersplitterten deutschen Nation. Vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation war nach langen Jahren Krieg gegen das revolutionäre Frankreich nichts mehr übrig geblieben. Die Uneinigkeit Fürsten, die schwankenden Interessen der europäischen Bündnispartner, gravierende Fehleinschätzungen und eine fatale militärische Rückständigkeit führten letztlich zum Ende des bis dahin vorherrschenden europäischen Adels. Die hatte die Menschen seit dem Untergang Roms zu Leibeigenen gemacht und ihnen zusammen mit der Kirche, vom Vatikan ausgehend, an dessen Ort Nero einst Christen als Sündenböcke für den Brand Roms verbrannt hatte, mit "Wissen ist Macht" den Mentalraum mit Ideologien und Dogmenpersonen-neutral, reelle Menschen bis zum Tod auf dem Scheiterhaufen verachtend, vorgegeben.
Fokus als konkrete Geschichte:
Das Resultat solch lebenswirklichkeitsfremder Anmassungen war entsprechend eine pestkranke, inquisitorisch perverse, blutige Geschichte. Dagegen trat die französische Revolution und dann Napoleon als charismatischer Herrscher an. Er beseitigte zuerst mit kühnen Kriegsstrategien die europäischen, und dann in unter sein Regime unterworfenen Gebiete, deren innere Querelen. Eigentlich ist davon nur in der Schweiz etwas halbwegs Erstrebenswertes übrig geblieben. Über den Umweg der von Napoleon diktierten Mediationsverfassung von 1803- 1815, raffte sich die in ihrem dekadenten Filz der Gnädigen Herren Napoleon wie ein fauler Apfel in den Schoss gefallenen Eidgenossenschaft dazu auf, 1848 die fortschrittlichste Verfassung der Welt zu erlassen. Das übrige Europa braucht dazu noch mehr, und zwei Weltkriege.
+2 Mehr vom Gleichen - Macht über das Volk, Ressourcen, Einfluss, über die Minds:
Niemand schien nach der Niederlage der Preussen dem „Weltgeist zu Pferde", wie der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel den gebürtigen Korsen Napoleon nannte, widerstehen zu können. Auch in Berlin jubelte ihm 1806 das Volk zu, als er durch das Brandenburger Tor in Berlin einritt. Doch Adel und Bildungsbürgertum empfanden die preussische Niederlage und die französische Besetzung, in einer unheiligen Allianz, als ungeheure Schmach. So lag die "gute" Gesellschaft Fichtes kämpferischen "Reden an die deutsche Nation", einer Geisterbeschwörung, zu Füssen. Und so versuchte man den Teufel mit Belzebub auszutreiben, ein Kollektiv gegen das andere zum Krieg zu hetzen, später die Kommunisten die Kapitalisten zu vernichten, die Nazis, die Juden:
-4: Weg von der Unlust von der Wirklichkeit, der Fremdbestimmung, von Hinweisen auf eigene Schuld
Unter dem Beifall des Publikums wetterte Fichte gegen den ertödtenden Geist des Auslandes" und stellte gemäss der zum Kultbuch avancierten „Germania" des antiken Historikers Tacitus, die Deutschen als ein von Freiheit beseeltes, germanisches „Urvolk" dar. Da galten Freiheitssinn und Tapferkeit als typisch deutsche Eigenschaften. Frankreich wurde an die Stelle Roms gesetzt, mithin Deutschland in der Auflehnung, in sich selbst erfüllender Prophezeiung als dessen grosse Vernichter. Und das nachdem Frankreich seit Ludwig XIV in Europa in Kunst, Wissenschaft, und Diplomatie den Ton angegeben hatte. Das alte Europa war eine Ständegesellschaft, die Rechte und Privilegien nach Herkunft und Geburt verteilte. Diese stiess mit steigender Professionalisierung und Bildung auf die Opposition jener wachsenden Schicht von Bürgern, die sich durch Leistung dem Adel gleichwertig, wenn nicht sogar überlegen fühlten. Ihr Aufstiegswille geriet zunehmend in Konflikt mit den althergebrachten Hierarchien der Adeligen und der Kirche. Das war der Nährboden für einen Gesellschaftsentwürfe, der langfristig die Vorherrschaft des Adels durch eine nationale Gemeinschaft gleichberechtigter Staatsbürger ablösen sollte. Dafür, dass damit das Kind, der reelle Mensch mit dem Bade der Massen, ausgeschüttet wird, übernahem keiner dieser sich für kluge Köpfe Anmassenden, und noch immer verehrten "Humanisten" eine weiter führende Verantwortung...
%1-Politische Korrektheit, Gewohnheit, Moral, Recht, Leitkultur:
Die Herrschaften zogen sich im Lauf der frühen Neuzeit immer mehr gut ausgebildete Beamte und Juristen, Theologen und Mediziner heran. Sie ahnten in ihren "%-one track minds" kaum die Konkurrenz um Macht und Einfluss. Um 1770 gab es in Deutschland fast doppelt so viele Hochschulen wie in Frankreich und England zusammen. Die dort betriebene Aufklärung rüttelte an veralteten Überzeugungen, an konfessioneller und Standesunterschieden, ja an die Dogmen der Kirche und der Herrschaft überhaupt. Anderseits versuchte man die bisher selbstverständliche Privilegien mit allen Mitteln aufrecht zu erhalten... 
%5-Einflussnehme, Manipulation, Verwässerung, Fragmentierung mit versteckten Absichten:
Ganz wie es Immanuel Kant, der Königsberger Philosoph, propagierte, begannen sich die Menschen aus ihrer „selbstverschuldeten Unmündig" zu befreien. Wo der einst damit dynamischen Gesellschaft althergebrachte Gewissheiten verlorengingen, entdeckten die Gebildeten die deutsche Sprache, damit Geschichte und Kultur als einigendes Band der deutschen Kulturnation. So wurde im Nationaltheater mit Friedrich Schillers Stücken Literatur und Sprache zum Leitmotiv einer Nation auf der Suche nach sich selbst. Johann Gottfried Herder lehrte letztlich Mittel als Zweck, die Mutter aller Denkkatastrophen die Humankatastrophen gebiert, die Sprache als tiefster Ausdruck nationaler Wesensart. Herder und Wieland, Goethe und Schiller - der Weimarer Klassik der Schwatz- und Schwarzkünstler, ging es um die deutsche Kulturnation als Teil einer internationalen Völkergemeinschaft. Der Weimarer Theologe Herder glaubte, jedes Volk habe in grauer Vorzeit eine kulturelle Einheit gebildet, die jedoch in der seit Rom lateinisch geprägten Kollektivierung und später der Anpassung an die französische Leitkultur verlorengegangen sei. Jetzt kam es für ihn darauf an, zu diesen Wurzeln zurückzukehren, um daraus neue Kraft zu schöpfen. Napoleon, Stalin, Adolf Schickegruber und Mao machten damit die Nagelprobe! Kim Jong Ils Nordkorea liegt am Anfang des 21. Jahrhunderts noch auf diesem Nagelbrett - und der Lebensraum Erde, auf dem der ihn kannibalisierenden Wirtschaft und damit im Erwerbsleben, fast jeder Mind - am Zeitgeist gekreuzigt...
%6-Projektion, Trend, Neues Paradigma:
Die Gebildeten leiteten zuerst als "Patrioten" die Legitimation ab, Kritik zu üben, Reformvorschläge zu unterbreiten, kurz, sich in den fürstlichen Zuständigkeitsbereich der Politik einzumischen. Heute tun das Manager gegenüber den rechtmässigen Besitzern von Unternehmen. Damit stürzt man nicht gleich die herrschende Gesellschaftsordnung um, wie es die französische Revolution tat. Man stellt sie nur in Frage - und stürzt sie damit im eigenen Kopf. Sprachnationalismus und mythologische Spurensuche hatten bis zur Götterdämmerung Konjunktur bei den Deutschen im Hinblick auf vaterländisches Heldentum, Hoffnungen auf das Reich und dafür die preussische Machtpolitik. Die Jahre vor der Französischen Revolution erwiesen sich als Laboratorium ganz unterschiedlicher Vorstellungen von Volk, Nation und Vaterland. Reichspatrioten standen neben Universalnationalisten, Kosmopoliten Landespatrioten, germanophile Romantiker neben Sammlern der Volkskultur, die Kulturnation neben dem Heldentod. Welcher dieser Entwürfe den Sieg davontragen würde, war längst noch nicht ausgemacht, als die Nachricht von der Französischen Revolution Europa erschütterte. Als jedoch der barbarische Terror der innenpolitischen Machtkämpfe mit dem Köpferollen ausbrach, ging ein Grossteil der deutschen Gelehrtenwelt auf Distanz. Für die hatte der Umsturz der Gesellschaftsordnung friedlich, und vor allem unblutig von Statten zu gehen. Aus einigen enttäuschten Revolutionären wurden so antifranzösische Propagandisten.
Verschluss am Zeitgeist mit %1-Politik, %5-Technik und %6-Kunst:
Die unerhörte %6-Provokation des der europäischen Adels in seiner Mitte provozierte diese zum Krieg zwecks %1-Wiederherstellung der französischen Monarchie. Im Gegensatz zu den Söldnern ihrer Gegner, wussten die Franzosen, wofür sie sehr kämpften. Nicht wie die Ideologen nur für Nation und Vaterland, und die Söldner für Sold und das Austoben in Ausschweifungen, sondern auch für Menschenrechte, die Befreiung der Bauern von adliger Unterdrückung und die Gleichheit vor dem Gesetz. Aus deutscher (Om) Seite fordert man den Heldentod fürs Vaterland, bevor von politischen Rechten überhaupt die Rede war. Die Franzosen hielten es umgekehrt: Sie begründeten als Staatsbürger die Verteidigung der politischen Gemeinschaft (Re). Ihr Ziel vor Augen, reihte die französische Armee bald Sieg an Sieg. „Krieg den Palästen, Friede den Hütten" hiess ich es. Jetzt wurde klar, welche Macht von einem zur Nation gewordenen Volk ausgehen kann. Doch 1815, beim Wienerkongress, nach der Vernichtung von Napoleons Macht wurde das Rad nach dem Motto: "Alles ist im Wandel, eins aber bleibt, Herr bleibt Herr, Knecht, Knecht", wieder zurück gedreht und davon liessen sich auch die Intellektuellen bis heute ins 21. Jahrhundert hinein in ihrem Anmassungsdenken leiten. Doch deren Erstreaktions- und Empörungskultivierung ist wie damals mit Salons und einbildenden Hochschulen à la Weimar, zuerst den Franzosen, dann dem Adel, mit dem Internet der Auflösungskampf angesagt. Hier geht es um das, was erstrebenswert dafür einzuschalten ist, LebensErfüllende Plattformen! Und das nicht mit Vernichtungskampf, sondern mit der wertschöpfenden Erfüllung der Erstreaktionen
statt dem Versuch, deren Zementierung, z.B. als Salzsäulen, für die, welche im Zorn zurück blicken, zu betreiben. Vorurteile wollen überwunden, nicht wie Mafia-Mordopfer einbetoniert werden...