Uni
-
Die Universitäten sind nicht mehr, was sie einst waren; die
Universalität findet man nun im
Internet...
Zeitgeistbeschwörung
(ZG):
Das Einschalten der heutigen Welt
begann über das Geisterreich der Alten Ägypter
hinaus im Antiken Griechenland, wo daraus Plato den noch
anhaltende, gemäss Karl Popper, "Fluch der Menschheit",
das anmassende
Begriffsdenken, in die Köpfe dieser Welt
setzte.
*3-Eigensinn und
Überlebensstrategien:
Im Alten Rom fand nach der Unterwerfung der Griechen der
erste Versuch zur Globalisierung statt, den die
Habsburger am Ausgang des Finsteren Mittelalters, und dann
Martin Luther mit der Reformation, die Naturwissenschaftler
in der Aufklärung so fortsetzten, das es damit in den
USA zur Synthese der nun global herrschenden
ökonomischen Imperativs kam. Der aber zeigt nach kaum
20 Jahren (seit dem Fall des "Evil Empires der Kommunisten"), nicht
nur in der Supervorreitermacht USA unter George W. Bush,
bereits seine Vergänglichkeit an.
?0-Trämie,
Illusionen, Ideologien:
Nach dem Fall Rom wurde Europa das Experimentierfeld des Zeitgeistes.
Nachdem die französische
Revolution ganz Europa angesteckt hatte, trafen sich
1807/08 im runden Saal des Berliner Akademiegebäudes die
besten Gesellschaftskreise zur Rede eines kleinen, gedrungenen
Mannes: Johann Gottlieb Fichte, Philosophieprofessor und ein
glänzender Redner. Draussen hörte man den Trommelschlag vorbeimarschierender Truppen der
französischen Besatzungsmacht. Es ging um die
Sammlung der Kräfte der an sich selbst und von Napoleon
zersplitterten deutschen Nation. Vom Heiligen Römischen Reich Deutscher
Nation war nach langen Jahren Krieg gegen das
revolutionäre
Frankreich nichts mehr übrig geblieben. Die
Uneinigkeit Fürsten,
die schwankenden Interessen der europäischen
Bündnispartner, gravierende Fehleinschätzungen und eine
fatale militärische
Rückständigkeit führten letztlich zum
Ende des bis dahin vorherrschenden
europäischen Adels. Die hatte die Menschen
seit dem Untergang Roms zu Leibeigenen gemacht und ihnen
zusammen mit der Kirche, vom Vatikan ausgehend, an dessen
Ort Nero einst Christen als Sündenböcke für den
Brand Roms verbrannt hatte, mit "Wissen
ist Macht" den Mentalraum
mit Ideologien und Dogmenpersonen-neutral, reelle Menschen bis zum Tod auf dem
Scheiterhaufen verachtend, vorgegeben.
Fokus als konkrete Geschichte:
Das Resultat solch lebenswirklichkeitsfremder Anmassungen war entsprechend eine
pestkranke, inquisitorisch perverse, blutige Geschichte.
Dagegen trat die französische Revolution und dann
Napoleon als charismatischer Herrscher an. Er beseitigte
zuerst mit kühnen Kriegsstrategien die
europäischen, und dann in unter sein Regime unterworfenen
Gebiete, deren innere Querelen. Eigentlich ist davon nur in der
Schweiz etwas halbwegs Erstrebenswertes übrig geblieben.
Über den Umweg der von Napoleon diktierten
Mediationsverfassung von 1803- 1815, raffte sich die in
ihrem dekadenten Filz der Gnädigen
Herren Napoleon wie ein fauler Apfel in den Schoss
gefallenen Eidgenossenschaft dazu auf, 1848 die
fortschrittlichste Verfassung der Welt zu erlassen. Das
übrige Europa braucht dazu noch mehr, und zwei
Weltkriege.
+2 Mehr vom
Gleichen - Macht über das Volk, Ressourcen, Einfluss,
über die Minds:
Niemand schien nach der Niederlage der Preussen dem „Weltgeist zu Pferde", wie der
Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel den gebürtigen Korsen
Napoleon nannte, widerstehen zu können. Auch in Berlin
jubelte ihm 1806 das
Volk zu, als er durch das
Brandenburger Tor in Berlin einritt. Doch Adel und
Bildungsbürgertum empfanden die preussische
Niederlage und die französische Besetzung, in einer unheiligen
Allianz, als ungeheure Schmach. So lag die "gute"
Gesellschaft Fichtes kämpferischen
"Reden an die deutsche
Nation", einer
Geisterbeschwörung, zu Füssen. Und so
versuchte man den Teufel mit Belzebub auszutreiben, ein
Kollektiv gegen das andere zum Krieg zu hetzen, später die
Kommunisten die Kapitalisten zu vernichten, die Nazis, die
Juden:
-4: Weg von der
Unlust von der Wirklichkeit, der Fremdbestimmung, von Hinweisen auf
eigene Schuld
Unter dem Beifall des
Publikums wetterte Fichte gegen den „ertödtenden Geist des
Auslandes" und stellte gemäss der zum
Kultbuch avancierten
„Germania" des antiken Historikers Tacitus, die
Deutschen als ein von Freiheit
beseeltes, germanisches
„Urvolk" dar. Da galten Freiheitssinn und Tapferkeit als typisch deutsche
Eigenschaften. Frankreich wurde an die Stelle Roms gesetzt, mithin
Deutschland in der Auflehnung, in sich selbst erfüllender
Prophezeiung als dessen grosse Vernichter. Und
das nachdem Frankreich seit Ludwig
XIV in Europa in Kunst, Wissenschaft, und Diplomatie
den Ton angegeben hatte.
Das alte Europa war eine Ständegesellschaft, die Rechte und Privilegien
nach Herkunft und Geburt verteilte. Diese stiess mit
steigender Professionalisierung und Bildung auf die Opposition jener
wachsenden Schicht von Bürgern, die sich durch Leistung dem
Adel gleichwertig, wenn nicht sogar überlegen
fühlten. Ihr Aufstiegswille geriet zunehmend in
Konflikt mit den althergebrachten
Hierarchien der Adeligen und der Kirche. Das war der
Nährboden für einen Gesellschaftsentwürfe, der
langfristig die Vorherrschaft des Adels durch eine nationale Gemeinschaft gleichberechtigter
Staatsbürger ablösen sollte. Dafür,
dass damit das Kind, der reelle
Mensch mit dem Bade der Massen, ausgeschüttet
wird, übernahem keiner dieser sich für kluge Köpfe
Anmassenden, und noch immer verehrten "Humanisten" eine weiter
führende Verantwortung...
%1-Politische
Korrektheit, Gewohnheit, Moral, Recht,
Leitkultur:
Die Herrschaften zogen sich im Lauf der frühen Neuzeit immer
mehr gut ausgebildete Beamte und
Juristen, Theologen und Mediziner heran. Sie ahnten
in ihren "%-one track minds" kaum die Konkurrenz um Macht und
Einfluss. Um 1770 gab es in Deutschland fast doppelt so viele
Hochschulen wie in
Frankreich und England zusammen. Die dort betriebene
Aufklärung rüttelte an veralteten
Überzeugungen, an konfessioneller und Standesunterschieden, ja
an die Dogmen der Kirche
und der Herrschaft
überhaupt. Anderseits versuchte man die bisher selbstverständliche Privilegien mit allen
Mitteln aufrecht zu erhalten...
%5-Einflussnehme,
Manipulation, Verwässerung, Fragmentierung mit versteckten
Absichten:
Ganz wie es Immanuel Kant, der Königsberger Philosoph,
propagierte, begannen sich die Menschen aus ihrer „selbstverschuldeten Unmündig" zu
befreien. Wo der einst
damit dynamischen Gesellschaft althergebrachte Gewissheiten
verlorengingen, entdeckten die Gebildeten die deutsche Sprache, damit Geschichte und
Kultur als einigendes Band der deutschen
Kulturnation. So wurde im Nationaltheater mit
Friedrich Schillers Stücken Literatur und Sprache zum Leitmotiv einer
Nation auf der Suche nach sich
selbst. Johann Gottfried Herder lehrte letztlich
Mittel als Zweck, die Mutter aller Denkkatastrophen die
Humankatastrophen gebiert, die Sprache
als tiefster Ausdruck nationaler Wesensart. Herder
und Wieland, Goethe und Schiller - der Weimarer Klassik der
Schwatz- und
Schwarzkünstler, ging es um die deutsche Kulturnation als Teil einer
internationalen Völkergemeinschaft. Der Weimarer
Theologe Herder glaubte, jedes Volk habe in grauer Vorzeit
eine kulturelle Einheit
gebildet, die jedoch in der seit Rom
lateinisch geprägten Kollektivierung und
später der Anpassung an die französische Leitkultur
verlorengegangen sei. Jetzt kam es für ihn darauf an, zu
diesen Wurzeln zurückzukehren, um daraus neue Kraft zu
schöpfen. Napoleon, Stalin, Adolf Schickegruber und
Mao machten damit die Nagelprobe! Kim Jong Ils
Nordkorea liegt am Anfang des 21. Jahrhunderts noch auf diesem
Nagelbrett - und der Lebensraum Erde, auf dem der ihn
kannibalisierenden Wirtschaft und damit im Erwerbsleben,
fast jeder Mind - am Zeitgeist gekreuzigt...
%6-Projektion,
Trend, Neues Paradigma:
Die Gebildeten leiteten
zuerst als "Patrioten"
die Legitimation ab,
Kritik zu üben,
Reformvorschläge zu
unterbreiten, kurz, sich in den fürstlichen Zuständigkeitsbereich der
Politik einzumischen. Heute tun das Manager
gegenüber den rechtmässigen Besitzern von
Unternehmen. Damit stürzt man nicht gleich die
herrschende
Gesellschaftsordnung um, wie es die französische
Revolution tat. Man stellt sie nur in Frage - und
stürzt sie damit im eigenen Kopf. Sprachnationalismus und mythologische Spurensuche hatten bis
zur Götterdämmerung Konjunktur
bei den Deutschen im Hinblick auf vaterländisches Heldentum,
Hoffnungen auf das Reich und dafür die preussische
Machtpolitik. Die Jahre vor der Französischen
Revolution erwiesen sich als Laboratorium ganz
unterschiedlicher Vorstellungen von
Volk, Nation und Vaterland. Reichspatrioten standen
neben Universalnationalisten, Kosmopoliten Landespatrioten,
germanophile Romantiker
neben Sammlern der Volkskultur, die Kulturnation neben dem
Heldentod. Welcher dieser Entwürfe den Sieg
davontragen würde, war längst noch nicht ausgemacht, als
die Nachricht von der Französischen Revolution Europa
erschütterte. Als jedoch der barbarische Terror der innenpolitischen
Machtkämpfe mit dem Köpferollen ausbrach,
ging ein Grossteil der deutschen Gelehrtenwelt auf Distanz. Für
die hatte der Umsturz der Gesellschaftsordnung friedlich,
und vor allem unblutig von Statten zu gehen. Aus einigen
enttäuschten Revolutionären wurden so
antifranzösische Propagandisten.
Verschluss am Zeitgeist mit %1-Politik,
%5-Technik und %6-Kunst:
Die unerhörte %6-Provokation des der
europäischen Adels in seiner Mitte provozierte diese zum
Krieg zwecks %1-Wiederherstellung der
französischen Monarchie. Im Gegensatz zu den Söldnern
ihrer Gegner, wussten die Franzosen, wofür sie sehr kämpften.
Nicht wie die Ideologen
nur für Nation und Vaterland, und die Söldner für Sold und das
Austoben in Ausschweifungen, sondern auch für Menschenrechte, die Befreiung der
Bauern von adliger Unterdrückung und die Gleichheit vor dem Gesetz. Aus
deutscher (Om) Seite fordert man den Heldentod fürs
Vaterland, bevor von politischen Rechten überhaupt die Rede
war. Die Franzosen hielten es umgekehrt: Sie begründeten als
Staatsbürger die Verteidigung der politischen Gemeinschaft
(Re). Ihr Ziel vor Augen, reihte die französische Armee
bald Sieg an Sieg. „Krieg den Palästen, Friede
den Hütten" hiess ich es. Jetzt wurde klar, welche
Macht von einem zur Nation
gewordenen Volk ausgehen kann. Doch 1815, beim
Wienerkongress, nach der Vernichtung von Napoleons Macht
wurde das Rad nach dem Motto: "Alles
ist im Wandel, eins aber bleibt, Herr bleibt Herr, Knecht,
Knecht", wieder zurück gedreht und davon
liessen sich auch die Intellektuellen bis heute ins 21.
Jahrhundert hinein in ihrem Anmassungsdenken leiten. Doch deren
Erstreaktions- und
Empörungskultivierung ist wie damals mit
Salons und einbildenden Hochschulen à la Weimar, zuerst den
Franzosen, dann dem Adel, mit dem Internet der
Auflösungskampf angesagt. Hier geht es um das, was
erstrebenswert dafür einzuschalten ist, LebensErfüllende
Plattformen! Und das nicht mit
Vernichtungskampf, sondern mit der wertschöpfenden Erfüllung der
Erstreaktionen statt dem Versuch, deren
Zementierung, z.B. als Salzsäulen, für die, welche im
Zorn zurück blicken, zu betreiben. Vorurteile wollen
überwunden, nicht wie Mafia-Mordopfer einbetoniert
werden...