3.2.2 Ordnung
Zuneigung Wirklichkeit
Die real vorherrschende Ordnung ist meist nicht mehr die festgeschriebene oder die vernünftige. Sie wird jeweils ad hoc herbei diskutiert, auch wenn es um Grundsätzliches geht. Das macht alles zuerst einmal einfacher und gibt jedem immer wieder wie beim russischen Roulette, die gleiche Chance. Dafür hatten die Kommunisten die Kapitalisten enteignet, nun enteignen die Intellektuellen die Menschen all dessen, was über die Erstreaktion in Diskussionen hinaus geht. Man geht nur noch zur Schule um, "direkt von Herzen" diskutieren zu lernen. Alle andern Fächer dienen nur dazu das Repertoire ä jour halten zu können. So hatte ich in einer Maturitätsschule eine Frau, deren Emailadresse sich als die eines Sado- /Masosalons entpuppte und sie als dessen Herrin mit dem Motto: "Alles ist im Wandel, eins aber bleibt, ich bin die Herrin, Du der Knecht". Sie machte die Matura um mit ihrem gehobener Klientel Konversation machen zu können...
Microsoft bringt zum Teil unfertige Produkte auf den Markt und bezieht dann die Kunden bei der Fertigentwicklung mit ein. Und das in einem Umfeld, wo technischen Daten kaum noch interessieren, und Produkteigenschaften als -vorteile selbstverständlich vorausgesetzt werden. Oder interessiert es Sie, dass man reelle Humansysteme, je nach Anforderung mit 1‘728/144/9 open-ended generative principles umfassend modellieren kann, wo doch für SIE nur eines relevant ist. Zudem verlangt dieses eine von Ihnen die Erfüllung, was das Leben zuerst einmal nicht leichter macht.
Wie weit muss die Vertrauensbasis gehen, bis ein Mensch glaubt, dass seine Probleme nur im Einklang mit seiner Lebenswirklichkeit gelöst werden kann? Wie lange noch suchen wir extrem ausgeklügelte Tricks, Lehrmeinungen, für die man uns mit noch ausgekügelt über-zeugenderen Versprechen weismacht, sie funktionierten in der Praxis, z.B. gemessen an erfolgreichen Abschlüssen im Verhältnis zu Kontakten, sagen wir mit 1:9?
In den ersten Kontakten gehe es nur darum, diesen Kontakt aufzubauen und die Anliegen und Probleme des Kunden zu verstehen. In unserem Fall sei das Produkt so gut entwickelt, dass für uns zumindest keine Frage mehr bestehe, dass wir ernsthafte Aufgaben damit nicht lösen könnten. Unser Problem sei, dass dies niemand versteht oder verstehen will und somit nicht für einen Abschluss genügend ernst nehmen kann. Sobald wir mit Verantwortliche, die ja kaum mehr etwas ausser ihrem Profit, und der Angst, ihren Ruf zu verlieren ernst nehmen, diese Eintrittshürde „richtig“ weiter führend überwunden hätten, könnten wir die schönen Formen, die es angeblich dafür braucht, mit dem Geld beschaffen, dass wir durch erste erfolgreich erfüllte Aufträge erhalten. Soll man sich mittlerweile dafür à la Start-up für einen Bankkredit bemühen, oder auf ein Wunder warten, wie es der unerfüllbare Zeitgeist gerne hätte, um uns sich als solches zu präsentieren, statt die Aufgabe zu erfüllen?