3.2 PROBLEM
Realität Ordnung
Sie können IHREN Stand in den Problemen, und den Ihrer Mitarbeiter bestimmen lassen. Wir leben in einer Welt, in der die Finanzströme den Gang der Dinge genauso bestimmen, wie das Blut in Ihrem Körper, der Stromfloss in Ihrem PC. An sich zerstören sich solche materiellen Systeme an sich geschlossen, selbst.
Der beispiellos weltweite Vormarsch und die Dominanz des Kapitalismus widerspiegelt die Erstreaktionswelt bis "hin zur Lust" der Förderung des "mehr vom Gleichen". Das aber kann in einer an Ressourcen beschränkten Welt nicht von Dauer sein, solange wir deren Formen nicht beliebig und ohne die Restrisiken der benötigten Energien umformen können. Dieses Weltbild ist also nur mit Magie aufrecht zu erhalten, womit man Verlierern und Gewinner falsche Tatsachen vorspiegeln muss. Dieser Unsinn ist mit der selektiven Bedeutungsgebung der Erstreaktionswelt erklär-, aber nicht entschuldbar geworden.
Aktivisten, in der Erstreaktionswelt bis weg von der Unlust an der Anforderung des Kapitalismus, verhaftet, können à la Karl Marx viel besser die Fehler des globalen Kapitalismus aufzeigen, als systematische Alternativen vorschlagen. «Kapitalismus sollte durch etwas Besseres ersetzt werden», forderte ein Plakat am 1.Mai vor einigen Jahren in London. Dabei sind die linken Intellektuellen die, welche mit ihren anmassenden Ideologien in der Wirklichkeitsfremde das Aufkommen des an sich geschlossenen Kapitalismus mit ihrer Begriffsphilosophie gerade zu beschworen haben. So sind Sozialisten und Kapitalisten lediglich die zwei Gesichter des Ianus, eines römischen Gottes, also der gleichen Münze der Anmassung.
Die Behauptung, dass es sich beim Kapitalismus um ein System handelt, das sich automatisch selbst zu einem erstrebenswerten Gleichgewicht korrigiert ist ein Mythos. George Soros, der es wissen sollte, sagt, dass sich die globalen Märkte heute mehr denn je in ständigem Ungleichgewicht am Abgrund eines noch grösseren Ungleiches bewegen. Immer wieder waren und sind politische, fiskalische und juristische Korrekturen notwendig, um Leitplanken für die unsichtbare Wirkung des Marktes zu setzen. Je grösser er wird, desto tiefer kann er ohne sie/SIE fallen, vor allem, wenn die Regler selbst nicht über die Orientierung an der %-Mehrheit der Erstreaktionen hinaus denken können und wollen. Damit wir der mehr fordernde materialistische Kapitalismus an den davon sich für weniger idealistisch beliebig einsetzenden Intellektuellen nur zur auch %-mental geschlossenen Erstreaktionswelt. Darin öffnet sich die Schere zwischen einer kleinen Gruppe von Superreichen und der von ihnen kannibalisierten Restwelt bis zur Zerreissprobe, die man in der Erstreaktionswelt gar nicht bestehen kann. Darum arbeiten wir hier an, weil wirklichkeitsbezogen, statt anmassend, weiter führenden Grundlagen, mit denen eine kritische Anzahle Menschen im kritischen Punkt den Turnaround zum Wirklichkeitsbezug vornehmen können.
Es geht letztlich um den Widerspruch zwischen dem gewohnten, anmassenden Erwartungsdenken, und der Tatsache, dass dieser Planet keine 6,5 Milliarden Menschen damit mit dem Lebensstil der heutigen Mittelklasse im reichen Norden nachhaltig ertragen kann. Somit ist vordergründig "Nachhaltigkeit" die grösste Herausforderung für den globalen Kapitalismus. Die Suche nach alternativen Technologien mag noch so genial sein - irgendwann in der Zukunft werden die reicheren Konsumenten sich mit weniger abfinden müssen, statt immer mehr haben zu können. Damit sind wir mit der Frage, ob wir bereit sind,  uns mit weniger abzufinden, damit andere mehr haben können, bei der hintergründigen Ursache des Problems, den gefährlich veralteten vorherrschenden Denksystemen. Deren Return on Invesment ist bereits als Feuerzeichen an der Wand, die Zerstörung des Lebensraumes, und die Resignation von immer mehr Menschen an der scheinbaren Unausweichlichkeit der ihnen zugedachten Rolle in dieser Welt. So war 2007 der Winter in der Schweiz seit Menschengedenken noch nie so warm, 5 Grad über der Norm. So waren die Jugendlichen seit Langem nie mehr so handzahm gegenüber der politischen Korrektheit und im Erlernen der Tricks andere für den eigenen Erwerb auszutricksen und dann die Situation schön zu reden. Entsprechende Fächer an Hochschulen haben Hochkonjunktur...
Dazu meinte Prof. René Schwarzenbach, Vorsteher des Departements Umweltwissenschaft, 2007 als 'ETH Life'-Kolumnist: "Ich frage mich immer häufiger, um was es eigentlich vielen von unseren Führungspersönlichkeiten und EntscheidungsträgerInnen schlussendlich geht. Es gibt Momente, in denen mich das ungute Gefühl beschleicht, dass da oft die Wichtigkeit des Wichtigseins über der Wichtigkeit des Seins oder des Seinlassens steht. Da werden manchmal ohne eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Materie locker Entscheidungen getroffen, deren Auswirkungen für die Betroffenen fatal sind."